„Undoing Professionalität“, Soft Power, Zugriffsmacht und Superiorisierung
Grundmuster kirchlichen Handelns
Mit großem Interesse habe ich den Aufsatz von Christine Siegl, „Un-/Doing Professionalität: Zum Missbrauch im kirchlichen Kontext“ (Deutsches Pfarrerblatt, Ausgabe 8/2026), gelesen. Siegl untersucht sexualisierte Gewalt im Gemeindekontext aus einer praxistheoretischen sowie pastoraltheologischen Perspektive und zeigt eindrücklich: Missbrauch ist selten bloß individuelles Fehlverhalten, sondern eine stabile, erlernte soziale Praxisformation.
Auch wenn ich versuche, Siegls Gedankengang hier nachzuzeichnen, die eigene Lektüre des Artikels lohnt sich auf jeden Fall!
Siegls zentrales Analytikon ist dabei das „Undoing Professionalität“ – ein schleichender Prozess, bei dem professionelle Rollengrenzen, Distanznormen und Schutzstrukturen im pastoralen Alltag schrittweise aufgeweicht oder außer Kraft gesetzt werden, um Grenzverletzungen überhaupt erst zu ermöglichen.
So zutreffend Siegls Analysen für das Feld sexualisierter Gewalt sind, so sehr lohnt es sich, den Blick zu weiten. In der evangelischen Kirche existiert neben der sexualisierten Gewalt auch ein systemischer Machtmissbrauch, der primär der Durchsetzung von Eigeninteressen und dem Erhalt von Einfluss dient. Liest man Siegls Thesen mit diesem erweiterten Fokus, zeigen sich frappierende strukturelle Parallelen.
Gleichwohl gilt es, Differenzierung zu wahren. Dass sich die von Siegl beschriebenen Handlungsmuster in vielen Kirchengemeinden und Leitungsstrukturen beobachten lassen, macht aus einer Pfarrperson oder Leitungskraft, die solche Muster (oft unbewusst) reproduziert, keineswegs automatisch eine/n potenzielle/n Täter/in im Sinne sexualisierter Gewalt. Es offenbart jedoch den Nährboden für institutionellen Machtmissbrauch, dem wir uns ebenbürtig stellen müssen.
Die drei Säulen des Missbrauchssystems
Auf Grundlage von Betroffenenberichten rekonstruiert die Autorin das Zusammenspiel verschiedener Macht- und Praxisformen.
1. Soft Power (Routinen des „Guten“)
Wirkt subtil über kirchliche Idealvorstellungen wie Gemeinschaft, Vertrauen und Konsens.
- Organisation von Nähe („Doing Family“): Verschwimmen von Amt, Person und privaten Beziehungen.
- Siegls Beispiel: Das Verschwimmen zeigt sich, wenn ein Pfarrer zu einer Betroffenen sagt: „Wenn du möchtest, bin ich ab jetzt dein Vater“, oder die Jugendliche ihn im Tagebuch „Papi“ nennt. Auch das Einladen zum Du in gemütlicher Runde im „offenen Pfarrhaus“ erzeugt eine unkritische, quasi-familiäre Atmosphäre.
- Eventisierung & Informalisierung („Doing Locker“): Ungezwungene Atmosphären senken Schamgrenzen.
- Siegls Beispiel: Bei Aktionen wie Jungscharvorbereitungen, Rüstzeiten oder Freizeitaktivitäten herrscht stets eine entspannte, heitere Stimmung. Unter einem „Gestus der Jovialität“ werden Alkoholkonsum betrieben, sexualisierte Sprache verharmlost und Widerstand als „bürgerlich“ oder „verklemmt“ abgewertet.
- Herstellung von Konfliktarmut: Sachlicher Widerspruch oder Warnsignale von Außenstehenden werden als Störung der „geistlichen Harmonie“ abgewehrt.
- Siegls Beispiel: Wenn Außenstehende (Bystander) Bedenken äußern, wird Kritik mit Sätzen abgeblockt wie: „Wir wollen doch alle das Beste für die Jugendlichen“ oder „Lasst uns das im Gebet klären“.
- Asymmetrische Emotionalität: Erzeugung von Vertrauen durch Sonderaufmerksamkeit, persönliche Enthüllungen und die Vortäuschung von Harmlosigkeit.
- Siegls Beispiel: Der Pfarrer bittet eine 16-Jährige abends ins Wohnzimmer und erzählt ihr ungefragt Details über seine ehelichen Probleme und den unerfüllten Kinderwunsch. Die Betroffene fühlt sich dadurch einerseits geehrt, ist aber völlig überfordert. Ein weiteres Muster ist die Mitleidstour („Der arme Pfarrer, der es bei seiner Frau nicht gut hat“).
2. Zugriffsmacht (Zielgerichtete Kontrolle)
Nutzt die spezifischen Handlungsspielräume des kirchlichen Raums gezielt aus.
- Strategische Zuwendung: Gezielte Kontaktaufnahme zu besonders vulnerablen Personen.
- Siegls Beispiel: Der Pfarrer sucht gezielt das Gespräch mit Jugendlichen, denen es zu Hause schlecht geht oder die sich in Notlagen/Trauersituationen befinden („der erste Erwachsene, der merkte, dass es mir zu Hause nicht gut ging“).
- Schrittweise Annäherung: Graduelle Verschiebung von Grenzen (Eins-zu-eins-Situationen, Isolation).
- Siegls Beispiel: Beim Filmabend legt der Pfarrer seine Hand auf den Oberschenkel der Jugendlichen, zieht sich mit ihr in die Küche zurück und fragt schleichend: „Darf ich Dich noch mal in den Arm nehmen?“ – „Darf ich Dich mal küssen?“, um Verwirrung zu stiften. Unter dem Deckmantel einer „progressiven Aufklärung“ wird behauptet, Schamgrenzen seien bloß prüde.
- Relationale Steuerung: Aufbau totaler Abhängigkeit durch Erwartung von Loyalität, Wechsel von Nähe und Kälte sowie erzwungene Geheimhaltung.
- Siegls Beispiele: Durch kostenlosen Nachhilfeunterricht fühlt sich ein Jugendlicher zur Gegengabe verpflichtet (Loyalität). Der Pfarrer stößt die Betroffene plötzlich von sich ab und sagt: „Es kann auch sein, dass der Teufel unsere Beziehung wollte!“ (Kälte). Der Pfarrer droht Jahre später: „Wenn du redest, verliere ich meinen Beruf“ oder zwingt das Mädchen, heimlich durch den Keller zu kommen, sich in der Waschküche komplett auszuziehen und nackt durchs Haus zu gehen (Geheimhaltung & Demütigung).
3. Superiorisierung / Überlegenheitsgestus (Backgroundphänomen)
Bildet den Hintergrund, auf dem Soft Power und Zugriffsmacht aufbauen.
- Wissens- und Deutungshierarchie: Die rhetorische und theologische Kompetenz der Pfarrperson wird genutzt, um Grenzüberschreitungen geistlich/theologisch zu rechtfertigen.
- Siegls Beispiel: Ein Pfarrer erklärt dem Opfer, Gott würde ihr durch ihn seine Liebe zeigen. Ein anderer rechtfertigt Übergriffe direkt theologisch mit der Aussage, Gott habe ihm gesagt, er solle sie „zur Frau machen“.
- Epistemische Gewalt: Durch Lügen, Manipulation und Scheinargumente wird das Urteilsvermögen der Betroffenen verunsichert und das System gegen äußere Kritik immunisiert.
- Siegls Beispiel: Wenn Kritik aufkommt, rechtfertigt sich ein Täter mit Verweisen auf die Bibel. Auch Könige wie Salomo oder David hätten sich in seinem Alter junge Mädchen ins Bett geholt, um sich daran zu wärmen. Vor Gericht wird dreist gelogen, man sei wegen Potenzproblemen gar nicht zu Taten fähig.
Pastoraltheologische Konsequenzen: Umbau pastoraler Professionalität
Die Befunde zum strukturellen Missbrauchssystem erfordern ein fundamentales Umdenken in der Pastoraltheologie. Christine Siegl fordert, Machtdynamiken nicht länger theologisch zu verklären oder zu ignorieren, sondern pastorale Professionalität durch klare Kriterien, Selbstbegrenzung und strukturelle Kontrolle neu zu konturieren.
1. Entkopplung von Amt und Person: Von naiver Nähe zu reflexiver Distanz
Kritik am romantischen Amtsverständnis: Die verbreitete Idealvorstellung einer nahtlosen Einheit von Person, Glaube und Amt führt häufig zu einer Verwischung von professionellen und privaten Grenzen („Doing Family“). Diese romantisierte Einheit dient Tätern als Schutzschild und erschwert Kritik.
- Geforderter Haltungswandel:
- Reflexiv-selektive Authentizität: Seelsorgerinnen und Seelsorger müssen nicht ihre gesamte Persönlichkeit, ihr Privatleben oder eigene Notlagen in die Seelsorge einbringen. Die Wahrung der eigenen Intimsphäre ist Voraussetzung, um auch die der Anvertrauten zu schützen.
- Rollenklarheit und funktionale Abgrenzung: Die pastorale Rolle erfordert klare funktionale Grenzen. Nähe darf nicht unhinterfragt als theologischer Grundwert inszeniert werden; emotionale Nahverhältnisse und familiäre Inszenierungen im pastoralen Raum müssen kritisch hinterfragt und unterbrochen werden.
2. Dekonstruktion von „Vertrauen“: Von der moralischen Pflicht zur reflexiven Praxis
Kritik am blind geforderten Vertrauen: Ein klerikales oder kirchliches Missverständnis nutzt „Vertrauen“ oft als moralische Forderung oder Harmoniegebot. Dadurch werden Zweifel entwertet und Kritik als „störend“ oder „ungläubig“ diffamiert.
- Geforderter Haltungswandel:
- Strukturell kontrolliertes Vertrauen: Vertrauen darf nicht vorausgesetzt oder eingefordert werden, sondern muss sich in einem geschützten Rahmen entwickeln können.
- Kultur des Einspruchs (Institutionalisierter Zweifelsraum): Pastoraltheologie muss Räume schaffen, in denen Kritik, Skepsis und Widerspruch nicht als Mangel an Glauben oder Gemeinschaftssinn gelten, sondern als notwendige Korrektive zur Machtkontrolle begrüßt werden.
3. Disziplinierung pastoraler Macht: Abstinenz, Grenzen und externe Kontrolle
Entzauberung der Macht: Macht in der Kirche muss als existentielle und potenziell gefährliche Realität anerkannt und reflektiert werden – anstatt sie theologisch zu überhöhen (z. B. durch Deutungs- und Überlegenheitsgesten).
- Geforderter Haltungswandel:
- Abstinenzgebote als Barmherzigkeit und Schutz: Die Einhaltung professioneller Grenzen und Abstinenzregeln (körperlich, emotional und informational) schützt Anvertraute vor Übergriffen und schützt die Seelsorgenden vor eigener Überforderung.
- Verpflichtende externe Instrumente: Professionelle Kompetenz bemisst sich auch an der Bereitschaft zur Selbstbegrenzung. Supervision, interdisziplinärer Austausch, klare Beschwerde- und Beratungswege sowie externe Kontrollmechanismen dürfen keine freiwilligen Optionen sein, sondern müssen zum Standard pastoralen Handelns werden.
Fazit
Die Entschlüsselung des „Undoing Professionalität“ holt den Missbrauch aus der Sphäre des „Unbegreiflichen“. Nur durch analytische Redlichkeit und das Verständnis der zugrundeliegenden Praxisformationen lassen sich wirksame Gegenstrukturen und Schutzkonzepte in der Kirche etablieren.
Der Übergang zum systemischen Machtmissbrauch: Von der sexuellen zur strukturellen Gewaltdynamik
Machtmissbrauch im kirchlichen Raum beschränkt sich nicht auf den Kontext sexualisierter Gewalt. Die von Christine Siegl herausgearbeiteten Mechanismen – das Ausnutzen von Asymmetrien, das Verwischen von Rollengrenzen, strategische Verunsicherung und das Erzeugen von Abhängigkeiten – zeigen sich in identischer Weise auch in administrativen, personalen und leitungsbezogenen Handlungsfeldern. Es handelt sich hierbei nicht um bloße „Zwischenmenschlichkeiten“ oder zufällige Konflikte, sondern um eine tief verankerte soziale Praxisformation, die auf allen Ebenen der Kirche greift.
1. Soft Power: Pseudo-Familiarität als Widerstandskiller
Was beim sexualisierten Missbrauch als „Doing Family“ oder „Doing Locker“ die notwendigen Schutzgrenzen untergräbt, fungiert in Leitungsbeziehungen als Instrument der Vereinnahmung.
- Das großzügig angebotene „Du“ – sei es durch Führungspersonen auf der so genannten Mittleren Ebene gegenüber Haupt- und Ehrenamtlichen, sei es durch Pfarrpersonen gegenüber ihren Mitarbeitenden oder innerhalb von Kirchenvorständen – simuliert eine Hierarchiearmut, wo faktisch ein hartes Machtgefälle besteht.
- Die so erzeugte Schein-Familiarität erschwert kritische Abgrenzung. Sachlicher oder dienstrechtlicher Widerspruch wird emotional blockiert, weil er als persönlicher Vertrauensbruch oder Störung des „guten Miteinanders“ umgedeutet wird. Professionelle Distanz wird als „unbrüderlich“ oder „ungeistlich“ entwertet.
2. Superiorisierung: Das Übergehen und Enge-Treiben durch Deutungshoheit
Theologische, rhetorische oder strukturelle Überlegenheit wird gezielt genutzt, um das Gegenüber zu verunsichern, Handlungsspielräume einzuschränken, eigene Agenden durchzudrücken und das Handeln der Leitungsebenen zu immunisieren.
- Ein zentrales Beispiel ist das aktuell in fast allen Landeskirchen vorangetriebene Modell der „regio-lokalen“ Kirchen. Unter dem Deckmantel, Verwaltung effizienter zu gestalten, damit vor Ort angeblich mehr Raum für inhaltliche Arbeit bleibt, nutzen kirchenleitende Organe ihre Deutungshoheit, um bestehende Strukturen auszuhebeln. Obwohl Studien seit Jahren belegen, dass Kirchenbindung vor allem lokal vor Ort entsteht, wird eine Zentralisierung vorangetrieben. Die Höherverlagerung von Verwaltung garantiert jedoch keine Effizienz, sondern schafft Distanz und entmachtet die Kirchenvorstände. Wenn Entscheidungen über Vermögen, Immobilien, Grundbesitz und Personal - und letztendlich Vermögen, Immobilien, Grundbesitz und Personal selbst - sukzessive auf die höhere Ebene wandern, stehen die Gremien vor Ort faktisch vor vollendeten Tatsachen – ihr organisatorisches und finanzielles Mitbestimmungsrecht wird untergraben.
- Derselbe Überlegenheitsgestus wird auf der Gemeindeebene von dominanten Akteuren genutzt, um Gegenüber systematisch in die Enge zu treiben: Sei es die Pfarrperson, die ehren- oder hauptamtliche Mitarbeitende durch theologische und rhetorische Deutungshoheit dominiert, oder seien es Gruppen im Kirchenvorstand, die Pfarrpersonen bei der kleinsten Differenz durch gezielte Reframe-Versuche, Gerüchte und Isolation mürbe machen.
3. Zugriffsmacht & Divide et Impera: Die Instrumentalisierung von Verfahren und Gremien
Beziehungssteuerung durch Isolation, das Schaffen von Privilegierten vs. Außenseitern und die gezielte Erzeugung von Überforderungs- oder Bedrohungsszenarien.
- Die Waffe der „Ungedeihlichkeit“ - die Paragraphen §§ 79/80 PfDG.EKD werden in Kombination mit Soft Power immer wieder gezielt instrumentalisiert. Aus meiner Arbeit als Vorsitzender des Vereins "D.A.V.I.D. gegen Mobbing in der evangelischen Kirche e.V." kenne ich diese Praxis aus unzähligen Beratungsfällen. Immer wieder erleben wir, wie Leitungspersonen oder dominante Gruppierungen im Kirchenvorstand Gremien gezielt anstacheln, um kritische oder missliebige Pfarrpersonen systematisch aus dem Amt zu drängen. Die oft vielschichtigen, strukturellen oder interpersonalen Konflikte einer gesamten Gemeinde werden dabei isoliert und schuldhaft auf eine einzelne Person verlagert – die Ungedeihlichkeit wird so vom Schutzinstrument zur mobbingartigen Ausgrenzungswaffe.
- Zersetzung des Kollegiums durch Divide et impera - durch die selektive Vergabe von Aufgaben, verdeckte Einzelgespräche und das Belohnen von Loyalisten wird das kollegiale Vertrauen nachhaltig zerstört. Aus Angst vor dienstrechtlichen Konsequenzen – oder schlicht, weil sie sich in einem solchen toxischen System nicht gemein machen wollen – ziehen sich Kollegen und Gremienmitglieder zurück. Das Ergebnis ist eine gelähmte Sprachlosigkeit, womit genau die für Missbrauchssysteme typische, künstliche „Konfliktarmut“ hergestellt ist.
Fazit: Auswege aus der systemischen Sackgasse
Die Analyse zeigt eindrücklich: Ob beim sexuellen, beim geistlichen oder beim administrativen Machtmissbrauch – die Mechanismen ähneln sich erschreckend. Sie gedeihen dort, wo Schein-Familiarität professionelle Grenzen verwischt, wo Macht theologisch verharmlost wird und wo Strukturentscheidungen die Basis entmachten. Der Weg aus dieser systemischen Sackgasse erfordert einen fundamentalen Kultur- und Strukturwandel.
1. Kulturwandel: Von toxischer Harmonie zu wertschätzender Streitkultur
- Konflikt als Chancebegriff: Die weit verbreitete Haltung, sachlichen Widerspruch als „ungeistlich“ oder „gemeinschaftsstörend“ zu devaluieren, muss endgültig überwunden werden. Eine reife Kirche braucht Räume, in denen Zweifel, Kritik und abweichende Meinungen nicht bekämpft, sondern als wertvolles Korrektiv geschätzt werden.
- Echte Wertschätzung statt Pseudo-Nähe: Wertschätzung zeigt sich nicht in einem schnellen, verordneten „Du“ oder kumpelhafter Vertrautheit, sondern im Bekenntnis zu Klarheit, Verbindlichkeit und Respekt vor der Würde und den Grenzen des Anderen.
2. Strukturwandel: Machtbegrenzung und Stärkung der Basis
- Machtkritische Kontrolle etablieren: Wo Macht ausgeübt wird – sei es im Pfarramt, im Kirchenvorstand oder im Dekanat –, muss sie transparent und kontrollierbar sein. Unabhängige Beschwerde- und Mediationsstellen müssen Standard werden, damit dienstrechtliche Mittel wie die „Ungedeihlichkeit“ nicht als Instrumente politischer Zermürbung missbraucht werden können.
- Das presbyterial-synodale Prinzip ernst nehmen: Wenn Menschen erleben, dass ihr Engagement vor Ort zählt und ihr Kirchenvorstand echte Gestaltungsmacht behält – statt durch Höherverlagerung von Ressourcen und Entscheidungen entmachtet zu werden –, entsteht echte Identifikation.
3. Gewinn an Ausstrahlungskraft und Attraktivität
Ein solcher Wandel ist kein bloßes „Reparaturprogramm“ zur Schadensbegrenzung, sondern die Voraussetzung für zukunftsfähige Kirche. Eine evangelische Kirche, die Macht dynamisch reflektiert, Grenzen schützt, Transparenz lebt und ein ehrlich wertschätzendes Miteinander pflegt, gewinnt ihre Glaubwürdigkeit zurück. Erst wenn die Kirche im Inneren vorlebt, was sie nach außen verkündet – Freiheit, Respekt, Gerechtigkeit und Schutz für die Schwachen –, wird sie auch für (potenzielle) Gemeindeglieder wieder zu einem Ort, an dem man wirklich beheimatet sein möchte.
Doing Professionalität

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